Der November ist unser Freund, er erinnert uns, wie abhängig wir vom Licht sind.

Erfahrungen sind ein Schatz, der bewusst betrachtet zu Momenten der Geistesgegenwart führen kann. In Stresssituationen erleben wir, das wir wie immer reagieren, wie fremdgesteuert. Wir kreieren eine Umgebung, in der wir uns spiegeln. Scheiss Biorythmus, schlecht geschlafen, körperlich angeschlagen, ein Furz hängt schief, jemand hat uns an verletzliche Punkte erinnert. Wir explodieren, wir implodieren, wir kreieren scheinbar externe Krankheiten, der Krebs, das bin nicht ich, damit hab ich nichts zu tun, ich bin unschuldig. Wir werden von schon kapierten Themen immer wieder überrannt. Im Grunde verändern wir uns wenig. Selbstbewusstsein, Wertschätzen, das wir fehlbar sind, das wir nur temporär das Ruder der Emotionen fest in der Hand halten. Ich hab mal ne Zeit mit Managern gearbeitet, die ihre Position durch Disziplin, Ellbogenqualitäten und Diplomatie erreicht haben. Es reicht schon, nur ein Sinnesorgan auszuschalten. Also Blind machen oder nix mehr hören lassen und der schön versteckte Urzustand kommt hoch. Kontrollverlust, Aggressionen, Verlustängste, Unsicherheit, das volle Programm, alles ist noch da. Die Scheisse umarmen, zu sich nehmen, ihr einen Tempel bauen, einen Platz zuweisen, sie ist ein Teil von uns, die uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt stehen. Ich spreche davon, das wir uns entwickeln können und schulen und in Liebe verabschieden, aber im Grunde bleiben wir wir selbst und handeln gut konditioniert wie immer. Wir lenken uns durch befriedigende Aktionen immer wieder davon ab, den Schmerz spüren zu müssen. Wir sind wie blöde immer auf der Suche nach Reizen, die die persönlich Fehlbarkeit vertuschen. Frisch verliebt sein, voll fit sein, coole Drogen nehmen, Erfolg, viel Sex, viel Geld generieren, Macht ausüben, unterdrücken, Quälen usw. Alles was sich als geile Energie anfühlt und Additiv im Tank ist, fühlt sich kurzzeitig als Beruhigung an.

Vermeidungsstrategien sollten den tatsächlichen Umständen angepasst werden.

Der Versuch, es immer gleich zu machen, aus Gewohnheit, führt unwiderruflich dazu, die Karre an die Wand zu fahren. Beruhigend ist, das es allen so geht und das es sich lohnt, sich damit nicht zu verstecken. Es gibt sie, die Leute, die deine Story hören wollen, die sich davon nicht schocken lassen, wenn du dich ausziehst. Aussprechen ist ein Mittel, seine Umgebung in Kenntnis zu setzen. Echte Freunde können damit umgehen, das es dir manchmal nicht gut geht. Wenn jemand mit deinen sensiblen Daten nicht umgehen kann, hat dein Wirken etwas in ihm bewegt. Wundere dich nicht, wenn Menschen kein Interesse mehr an dir haben, wenn du anfängst, ehrlich mit dir und deiner Umgebung zu sein. Aho